Grüns lesen, aber wie?

Putten besteht aus drei Teilen, die man richtig zusammensetzen muss. Man muss das Grün richtig lesen, den Ball dann dahin starten lassen, wo man es möchte und das ganze dann mit der richtigen Geschwindigkeit. Wenn man die drei Komponenten richtig hat, dann muss das Grün noch gut sein, damit der Ball auch so rollt, wie es geplant. Klingt doch eigentlich ganz einfach, oder. Aber wie bei allen Dingen im Leben, sollte man sich auf die Dinge konzentrieren, die man selbst in der Hand hat. Also brauche ich mich um den Zustand des Grüns nicht wirklich kümmern, außer dass ich die aktuelle Geschwindigkeit kennen sollte. Das lässt dann Grün lesen, Startrichtung und Geschwindigkeit als Trainingsaufgabe für den Spieler. Zum Thema Startrichtung und Geschwindigkeit gibt es ganz viele Übungen, die man machen kann. Ambitioniertere Spieler sieht man in diesen Bereich euch durchaus regelmäßig üben. Wenn es aber um die letzte Komponente geht, das Grün zu lesen, dann sieht man hier kaum jemanden richtig üben.

Das liegt wohl daran, dass kaum jemand weiß, wie man das Grünlesen richtig üben sollte. Die meisten lesen das Grün, Putten dann drauf los, achten dabei nicht mal auf das Tempo des Balls am Loch und versuchen dann, aus dem, was sie gesehen haben, ihre Fähigkeit, das Grün zu lesen, zu verbessern. Wie geht es aber richtig? Nun, das Optimum ist, wenn man einen Putt liest und dann auf höhe vom Loch ein Tee dort hin steckt, wo man denkt, dass man hinzielen muss. Nun nimmt man eine Rampe und richtet sie so aus, dass sie genau auf das Tee zeigt. Nun lässt man den Ball rollen und achtet dabei darauf, dass der Ball in der gewünschten Entfernung hinter dem Loch liegen bleibt. Wenn das Tempo stimmt verrät mir der Rollweg des Balls, wie das Grün richtig läuft. Dadurch das man eine Rampe benutzt hat, weiß man, dass der Ball richtig gestartet und kein Technikfehler in der Bewegung war. Nun korrigiere die Ausrichtung so lange, bis der Ball ins Loch rollt. Danach sollte ich den Putt nochmals lesen, um das Ergebnis mit der Neigung im Gehirn in Einklang zu bringen. Da nicht jeder eine solche Rampe hat, kann man auch mit dem Putter arbeiten, auch wenn es nicht ganz so genau ist. Man spannt am besten eine Schnur über dem Ball zum Tee, was neben dem steckt. Nun sollte man mit einem Tor, das kann auch mit 2 Tees gesteckt sein, sicherstellen, dass der Ball in die richtige Richtung startet. Der Rest vom Prozess ist der gleiche wie mit der Rampe. Zugegeben ist das ganz schön aufwendig und zeitintensiv. Und damit habe ich gerade mal ein Break gelernt. Über Zeit entstehen so im Gehirn ganz viele Bilder, die das Auge dann auf dem Platz mit der jeweiligen Situation versucht in Einklang zu bringen. Und so lernt bzw. übt man seine Fähigkeit, das Grün zu lesen.

Die klassische Methode dargestellt, kann man verstehen, dass es viele Spieler gibt, gerade im Freizeit-Bereich, die glauben, dass Grünlesen eine Fähigkeit ist, die man entweder hat oder nicht. Das ist so natürlich nicht richtig, aber das Lernen nach der klassischen Methode dauert sehr lange. Glücklicherweise gibt es eine neuere Methode, die deutlich schneller zu lernen ist und sich direkt auf alle Situationen übertragen lässt. Das ganze nennt sich AimPoint Express. Kurz zusammengefasst, nimmt man die Neigung des Grüns über die kinästhetische Wahrnehmung und den Gleichgewichtssinn auf und ermittelt dann mit Hilfe seiner Finger, in Abhängigkeit von der Grüngeschwindigkeit, wo man hinzielen muss. Glücklicherweise ist man es gewohnt, diese Sinne im Alltag zu verwenden, weil man sonst beim gehen permanent stolpern würde. Deshalb lässt es sich auch schnell lernen und anwenden. Der Lernprozess ist deutlich kürzer als mit der klassischen Methode. Auch wenn ich persönlich die klassische Methode lange Zeit in meiner Golfkarriere geübt habe, konnte ich nie sonderlich gut Grüns lesen. Das hat zu einer starken Unsicherheit geführt, die sich auch in der Längenkontrolle widergespiegelt hat. Seitdem ich selber AimPoint anwende, hat sich mein Putten signifikant verbessert. Ich kann jedem, der mit Grüns lesen Probleme hat, nur empfehlen, sich mit AimPoint Express auseinanderzusetzen. Leider bin ich selber kein AimPoint Instructor, aber dennoch kann ich es nur empfehlen, einen solchen aufzusuchen. Viel Spaß Dabei!